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Sexismus als „ Hip-Faktor“ geht gar nicht

Knapp vor dem Weltfrauentag 2016 debattiert Deutschland wieder mal über Feminismus und Gleichberechtigung. (Überraschung: Auch mal ohne Bezüge zur Silvesternacht in Köln). Abgesehen vom Alltagssexismus – wenig Neues weit und breit. Der Arbeiter Samariter Bund beweist gerade, warum sich Frau doch aufregen muss.

Feminismus ohne Männer geht nicht – sagt schon das Wort Gleichberechtigung

Im Westen nichts Neues. Beim Lesen einiger Meinungsartikel zum Feminismus reagiere ich als junge Frau regelrecht genervt. Ja, Gleichberechtigung macht Sinn und ist immer noch nicht „normal“; siehe Gender Pay Gap und die geringe Anzahl an Monaten der Vaterschaftsurlaubstage. Trotzdem nervt mich die ewige Litanei des Feminismus – Umdenken in den Köpfen in Richtung Gleichberechtigung braucht zwar Aufmerksamkeit, muss aber sowohl für Mann als auch Frau vom Privaten bis zur Chefetage normal werden. Zwei Zeit-Autorinnen sind sich da nicht einig. Beide haben irgendwie Recht und auch wieder nicht. Wenn es da hakt, sind aus meiner Sicht beide Geschlechter schuld. Und beim Thema Gender Pay Gap helfen eher gläserne Gehälter, als feministisches Auftreten und Forderungen nach mehr Gehalt.

Alltagssexsimus ist ein anderer schnack

Anders sieht es natürlich mit dem Alltagssexismus aus. Einparkwitze, „die starken Jungs“ in der Schule (Lehrer-O-Ton) oder der alte betrunkene Mann, der der jungen Frau einen ungewollten Drink bezahlen möchte und sauer wird, wenn sie auf dieses Theater keinen Bock hat. „Mensch – die kann ihren Drink alleine bezahlen und fühlt sich gar nicht geschmeichelt. Die ist bestimmt lesbisch.“ Mehr Beispiele gibt’s auf Alltagssexismus.de zu lesen. So weit ich mich erinnern kann, habe ich solche teils aus der Denke „Typisch-Mann, Typisch-Frau“ kommenden Sprüche schon aus Frauen- und Männer-Mündern gehört.

Sexistische Werbung geht gar nicht

Herrgott! Was mich wirklich aufregt, ist gewollte platte Provokation. (Und ich meine nicht die Höhlenmenschenmädels aus der letzten Bachelor-Staffel). Schlimm wird es, wenn ausgerechnet Sozialverbände vermeintlich witzig sein wollen und versuchen mit nackter Haut und Strapse mehr „Fans für ihr Anliegen“ zu bekommen.

Der Arbeiter Samariter Bund hat gerade dem Fass den Boden ausgeschlagen. Die zuständigen Presseleute sind übrigens Frauen.
Erste Hilfe kann auch sexy sein.
Das zeigt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) mit seinem neuen Video zur Ersten Hilfe. In Parodien auf Songs von bekannten Chartstürmern zeigen die „First Aid Ladies“ im Musikvideo-Stil wichtige Erste-Hilfe-Situationen.

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parodierte Erste Hilfe Video: Regie Torsten Fraundorf
Kamera: Georg „Planet Nippes“
Schnitt: Joel Stroem
Recording: Maurice Sudhakar
Produktion: Improversum

Idee: Torsten Fraundorf
Schirmherrin: Dr. Christine Theiss, ASB-Bundesvorstand

Ja geht’s noch? Grundsätzlich Frauen in Unterwäsche gleichzusetzen mit einem sexy Thema? Lieber ASB, dazu fällt mir nichts mehr ein.

Fröhlichen Shitstorm!

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