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Blogkrise? Mach mal Pause und such dein Thema

Für eine Weile war ich uninspiriert und brauchte mal eine Pause. Digital Detox und eine Blogkrise sind aber immer für etwas gut. Nicht gut für den Traffic ;) aber nützlich um dein Thema neu einzukreisen

Soweit ich aus Gesprächen mit anderen Nordbloggern weiß, gibt es auch beim Bloggen früher oder später Mal eine Krise. Du fängst euphorisch an deinen Blog zu basteln, freust dich über deine Fortschritte und schreibst öfter. Allerdings sind private Blogs häufig auch ein kleines Versuchslabor. Du probierst dich aus, und schreibst über Themen, die dir liegen. In meinem Fall lag der Fall aber anfangs nicht ganz klar – obwohl mich die Themen Medien, Menschen und Webfundstücke reizen.

Wenn die Verpackung „Expertenstatus“ nicht 100 % zum Thema passt

Einige Blogger setzen auf einen mono-thematischen Blog und bloggen beispielsweise über das Reisen. Ich reise auch extrem gerne – aber mein Leben lässt mich nicht (regelmäßig). Weil es herausragende Reiseblogs gibt, hängt die Latte guter Geschichten in diesem Bereich auch ziemlich hoch. Ein paar Berliner Blogs wie findingberlin oder slowtravelberlin  sind zwar Hammer-Projekte – aber dahinter steckt Arbeit auf einem professionellen Niveau. Es geht auch anders, wie Caroline beweist bei my phone tells stories. Reiseberichte sind bei mir nicht ausgeschlossen, aber für ein reines Reiseblog reicht es nicht.

Andere Beispiele wären Produkttest- und Mode-Blogs. Klar, die lese ich auch mal und google auch schon mal „Was hilft gegen dunkle Augenringe?“ Trotzdem reizt es mich persönlich nicht über meine Trial-and-Error Fehlkäufe zu schreiben. Wenn ich mal über Kosmetik bloggen sollte, dann vermutlich weil mir auf der Metaebene da eine lustige Zeitdiagnose aufgefallen ist. Ich meine: Wer hätte gedacht, dass nach Haaröl jetzt die Schaumspülung kommt und wir uns Barbarella-Wimpern tuschen? Schlussendlich: Weil ich Selfie-scheu bin blogge ich nicht über Mode – ob nun faire Klamotten, oder nicht.

Die Crux mit dem persönlichen Blog

Für mich bleibt mein Blog also ein persönlicher Blog. Mich faszinieren Menschen, Trends und Zeitgeist-Themen, Medien-Entwicklungen und Webtools. Sie interessieren mich immer noch am meisten. Seit dem im Netz der blanke Hass rund um die Flüchtlingskrise losgebrochen ist, das Thema vielfach und von allen Seiten instrumentalisiert wird und jeder seinen Senf dazu gibt, denke ich allerdings nur noch:

„Manchmal einfach Klappe halten!“

Die Zivilcourage ist davon natürlich ausgenommen. Aber ganz ehrlich: Ich bin auch nicht die Expertin, die weiß wohin das alles führt. Statt also hektisch mitzumischen beobachte ich lieber kritisch. Über spannende Webprojekte lese ich natürlich weiter und blogge drüber, wenn mich da wirklich etwas anspringt.
Im wilden Alltagswahn bietet sich selten die Chance Menschen ganz persönlich und lang genug  zu sprechen. Hier muss ich mir für meine Portraits also ein neues Format suchen. Aufgeben tue ich den Gedanken nicht.
Insgesamt verschiebt sich mein Schreibimpuls aber Richtung „bremischer“. Meine Posts werden nicht unbedingt Reisetipps sein – aber können vorkommen. Immer wenn ich in Bremen, Hamburg und Umzu etwas Zeitgeistiges entdecke, dass mich anlacht und mir auffällt habe ich einen Schreibanlass.

Wie persönlich darf’s denn sein?

Diese Frage muss jeder für sich selbst ausloten. Die Sache mit dem authentisch und persönlich Bleiben gilt als Geheimtipp eines jeden Blogs. Selbst der Altmeister-Blogger Caschy rät in der spannenden Blogroll „#meinweginsweb“ von Schwindt-PR : „Bleib Mensch“ –freilich im Sinne der Netiquette. Ich persönlich bewundere sehr offene Blogs mit privaten Episoden durchaus. Allerdings bin ich nicht Sarah Kuttner oder Katrin Bauerfeind und habe aktuell kein neues Buch veröffentlicht oder gelte gar als Generationsikone… Insofern kann ich einen (hier nicht näher benannten) jungen Herren, der mich einst nach einer frechen Frage fragte: Bloggst du jetzt darüber? beruhigen. Ein Blog über private zwischenmenschliche Zusammenstöße a là „Die Singlefrau“ wäre zwar lustig und erfolgversprechend (siehe im gegenteil) – aber eher nichts für mich. Aus Gesprächen mit Bremer Bloggerinnen weiß ich zudem auch: Ja, wer sich im Netz sehr persönlich und politisch positioniert muss mit Anfeindungen bis hin zu perversen Privatnachrichten rechnen. Da sage ich mir: Nein Danke!

Es wird also ein wenig bremischer und zeitgeistiger bei mir – und zukünftig blogge ich hoffentlich wieder häufiger. Ich werde mich aber kürzer fassen. Versprochen!

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