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Ende einer Liebesbeziehung: Handyvertrag kündigen

Ach o2! Wir sind sehr lange einander treu gewesen. 2005 oder 2006 bin ich zu Dir gewechselt und habe fast 10 Jahre in deinem wackeligen Netz ausgehalten. Durch dick & dünn. Wieso musste es nur so doof mit uns zu Ende gehen? – Eine kleine Anekdote und Lehrstück über meine Kündigung bei o2…

Meine Romanze mit o2 als Handyanbieter meines Vertrauens fing ganz harmlos an. Wir lernten uns in meiner Studienzeit kennen. Damals waren mehr und mehr meiner Freunde auf einmal zu o2 gewechselt und für mich wurde das Telefonieren in andere Netze auf einmal teuer. Ich sprach o2 also an, und o2 flirtete ganz harmlos mit mir und machte mir ein verlockendes Angebot zum Studententarif. Das Angebot – wohlgemerkt hatte ich damals noch kein Smartphone – war so verlockend, dass ich meinen vorherigen Partner verließ. Ich telefonierte damals für18,95 Euro inklusive 200 SMS. Unsere Kennenlernphase verlief also super.

Nach einer Weile fand o2 meinen ewigen Studentenstatus aber nicht mehr so sexy und fragte deshalb ständig nach, ob ich immer noch Studentin sei. Entnervt wollte ich das erste Mal unsere Beziehung lösen, wurde aber darüber informiert, dass ich die Trennungsfrist verpasst hatte.  Also überlebten wir unseren ersten Streit und ich blieb weiter. Irgendwann war ich nicht mehr Studentin und durfte jetzt 22,95 Euro für den Erhalt unserer Beziehung zahlen: 100 Freiminuten und 200 SMS.

Irgendwann konnte auch ich mich dem Smartphone-Zeitalter nicht länger verschließen. 2010 wurde ich spätestens dafür von verschiedenen Seiten belächelt. Also habe ich meine häufig verpassten Trennungsfristen irgendwann doch in meiner guten alten behaglichen Beziehung umgewandelt in einen neue Beziehungskonditionen. Ich kaufte mir ein günstiges Smartphone für 200 Euro und wechselte in den o2 BlueS flex-Tarif. Du warst begeistert von mir und hast mir: eine Flatrate in das o2 Netz und Festnetz und 150 Frei-SMS  und 300 MB Surfvolumen geboten. Ich ließ mich erst bezirzen, um dann festzustellen, dass du neuerdings mit allen Tricks arbeitest.

Ein Jahr später musste ich feststellen, dass Du mein Kleingedrucktes archiviert hattest und ich es nur mit seehr viel Suchen nachlesen konnte. Deshalb, und weil ich mittlerweile 24,95 Euro in unsere Beziehung investierte, nutze ich das „Flex“ in unseren Beziehungsspielregeln und wollte dich verlassen. Da hast du mir angeboten, mir als „Neu-Kundin“ noch eine Flatrate ins Wunschnetz zu gewähren. Also ließ ich mich einlullen und blieb etwas. Allerdings musste ich dich mehrfach an deine Versprechen erinnern. .

Ohne den Paar-Therapeuten zu bemühen, berief ich mich auf unsere offene Beziehungsregeln und bat dich, dich daran zu halten. Du, o2, sagtest nur ok. Leider wollte ich aber, dass du mir das schriftlich gibst. Erst nach stundenlangen Telefonaten und vielen Emails rücktest du mir dann unsere aktuellen Beziehungsregeln raus.

So hätte es ewig weitergehen können. Aber neulich hattest du dann endgültig auf stur geschaltet. Mein Smartphone war in die Jahre gekommen und ich wollte mit einer Vertragsverlängerung unsere Beziehung auch in dieser Hinsicht auf eine neue Ebene bringen. Leider hattest du gar keinen Bock mir zuzuhören und hast mir eine Telefonflatrate und 500 MB Datenvolumen „in LTE-Geschwindigkeit“ (konnte mein alter Knochen nicht) UND neuem Telefon für 38 Euro monatlich angeboten. Da hat es mir gereicht. Der Junge von Nebenan hat geblinzelt und was Tolleres aus dem Hut gezaubert. Kurzentschlossen habe ich also gegoogelt wie ich dich schnell los werde und Dir gefaxt.

Soweit so gut. Du hast meine Kündigung mit zwei traurigen Anrufen dann schließlich auch schriftlich zur Kenntnis genommen. Leider hast du diesem Abschiedsliebesbrief nicht deine aktuellen Preislisten und Konditionen für eine Scheidung beigelegt. Weil Du, o2, das Nachtreten nicht lassen konntest, hast du mir dann 25,17 Euro als „Aktuelle Zusatzleistung“ in Rechnung gestellt. Als ich dich dann fragte, was das soll, sagtest du: Ich hätte ja nachsehen können, dass ich unser Sofa (Rufnummermitnahme) nicht kostenlos mitnehmen darf. Das sei die aktuelle Gebühr. Ich fragte dich: Darf ich das schriftlich haben, per Mail? Du sagtest:

Sehr gerne sende ich Ihnen unsere aktuelle Preisliste per Email zu. (…) Sie finden den Preis auf Seite 23….

Schade, o2, dass du unsere Beziehung nach all dieser Zeit so holperig und mit Ärger beenden musstest. o2? – Can’t do!


Tipps und Learnings zum Kündigen bei o2

  • fordere immer und unbedingt deine Vertragsdaten schriftlich an, und archiviere Sie, inklusive der Kundenchatprotokolle, alten Emails (gibt’s kundenfreundlich nicht mehr) und schreibe Dir Gesprächsnotizen
  • kontrolliere regelmäßig deine Rechnungen 
  • o2 wird dich nicht per E-Mail über Neuerungen bei o2 und AGB Änderungen informieren, oder das deine Vertragsdetails nicht länger angeboten werden (nur noch im Archiv): Behalte das im Blick!
  • Solltet ihr euch trennen wollen, rate ich Dir dazu eure letzten Verabredungen parat zu haben und VORHER eine aktuelle Preisliste anzufordern. Das erspart dir unangenehme Überraschungen! Ach ja: Wer die Nerven hat, wehrt sich natürlich, weil er nachschauen kann, was in den alten AGBs bei Vertragsabschluss drin stand.

Mehr Infos zum Handyvertrag aus juristischer Sicht bei anwalt.de    P.S: Grüßt schön von mir! – Janina –

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