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1. Blogparade: Serien bei Frau Margarete

Das offizielle Banner zur Serienblogparade bei Frau Margarete (C)
Das offizielle Banner zur Serienblogparade bei Frau Margarete (C) Frau Margarete

Das Thema TV-Serien-Konsum wurde und wird immer wieder begeistert von den Gesellschaftswissenschaftlerin untersucht. In meinem Studium (Medienwissenschaft) ist mir der sexy Begriff „Eskapismus“ begegnet. Medienwissenschaftler wollen damit erklären, was für einen Nutzen wir aus dem Serienglotzen ziehen. Kurz gesagt suchen Serienjunkies laut Forschermeinung nach emotionaler Entlastung und Wirklichkeitsflucht. Vermutlich haben die Wissenschaftler einfach noch keine verdammt gut gemachte Serie angeschaut. Ich schaue gerne Serien und deshalb mache ich bei Frau Margaretes Blogparade mit. Los geht’s…

  Wie, wann und wo schaust du Serien am liebsten?

Nutzt du ein bestimmtes Online-Portal?

Nein, ich konsumiere Serien auf DVDs und möglichst über Online-Abos. In seltenen Ausnahmefällen halte ich es aber nicht bis zur deutschen Variante oder bis zur DVD aus.

Machst du “Binge-Watching” oder lässt du eine Serie lieber über einen längeren Zeitraum dahin plätschern?

„Binge-Watching“ tue ich in der Regel nicht. Zwar bin ich nach einigen Serien akut süchtig, schaue sie aber lieber Schritt für Schritt. Sonst ist der Spaß ja nach 12-30 Stunden vorbei. Ich empfinde meine „ab und zu“ Serien-Dates allerdings nicht als „Dahinplätschern“. Im Prinzip gibt es da eine Parallele zu Schokolade: Wenn die Tafel alle ist, ist sie alle. Da zähle ich mich zu den Hamstern unter den Schokofans: Lieber noch was über lassen, für ganz miese Tage. Andererseits könnte an einem echt fiesen Tag ein kompletter Serienabend mit „Binge-Charakter“ schon mal die beste Lösung sein.

Kaufst du Serienstaffel um sie im Regal stehen zu haben?

Gilmore Girls ist so eine dieser Serien, die ich immer und immer wieder anschauen könnte. Oder etwa „Breaking Bad“. Erstere, weil ich mit Lorelai und Rory einfach gute Laune bekomme. Bei Walter Wight ist die Handlung einfach so komplex und gut gemacht, dass ich immer das Gefühl habe, einen Nebenerzählstrang verpasst zu haben. Aber um auf Frau Margaretes Frage zurückzukommen: Bei mir stehen keine Serienstaffeln als Blickfang für Besucher im Regal.

Schaust du Serien im Original oder lieber synchronisiert?

Eine ziemlich schwierige Frage. Einige amerikanische und britische Serien sind hervorragend synchronisiert. Bei den Gilmore Girls beispielsweise passen auch die Synchronstimmen und der Sprechgestus zum amerikanischen Original. Zu meiner Überraschung passt die Übersetzung bei der Commedy „New Girl“ auch ganz gut, sobald man sich daran gewöhnt hat. Bei Serien wie Games of Thrones, Greys Anatomy oder True Blood und Californication sieht das schon ganz anders aus. „Homeland“ ist im Englischen um Längen besser. Diese Serien sind eindeutig nur im Original zu ertragen ;) Vermutlich liegt es an der Diskrepanz zwischen der deutschen und englischen Sprache. Aus meiner subjektiven Sicht ist Englisch bei den leisen Nuancen und Zwischentönen eindeutig die bessere, weil genauere Wahl. Ein Beispiel gefällig? Im Deutschen sagen wir „Ich mag dich/liebe dich! Oder umgangssprachlich und etwas anzüglicher: „Ich fahr auf dich ab!“ oder „Ich bin ich dich verknallt!“ Die Äquivalente im Englischen wären: I like you!, I have a crush on you!, I’m into you, I’m crazy about you, I’m very fond of you, I fell for you, und so weiter.
Gut übersetzte Serien schaue ich gerne auf Deutsch. Bei einigen Serien verdirbt mir die Übersetzung so ziemlich alles.

Wo ist dein liebster Platz um Serien zu schauen?

Je nach Tageszeit –  der Küchentisch oder doch eher Couch und Bett.

Und bist du dabei lieber alleine oder in Gesellschaft?

Kommt auch auf die Serie an. New Girl und Co. schaut sich alleine und in Gesellschaft gut. Games of Thrones gibt dank der Klischees viel Zündstoff um hinterher „Männer-und-Frauen-sind-eben-so“ versus „gar-nicht-so“-Debatten aufzumachen. Mit Preisen überhäufte Dramaserien wie „The Affair“ schaue ich eindeutig lieber alleine, weil ich mich auf die Charakterstudie und die Script Continuity der Hauptpersonen konzentriere. Zwischen Fragen oder Kommentare lenken mich da einfach ab.

Und schon bin ich am Ende der Fragen angekommen. Wie sieht’s bei Euch aus mit dem Serienkonsum?

Und um noch mal auf die Eingangs angerissene Wissenschaftsfrage zurückzukommen, ob Serien nun einen guten oder schlechten Einfluss auf den Zuschauer haben. Seien wir doch mal ehrlich. Serien schauen macht Spaß und prägt ganze Generationen. Für „Friends“ war ich noch zu jung. Dafür haben „Dawson’s Creek“ und „Willkommen im Leben“ haben meine Vorstellungen von Liebe bis zum 17. Lebensjahr entscheidend mitgeprägt. Danke, Dawson. Dem aktuellen Ideal entspricht dann allerdings doch eher ein Luke Danes-Typ: Schweigsam, mürrisch, kantig – aber immer auf der Matte.
Ein spannendes Interview zum Thema Top-Serien lest ihr auch bei Spiegel online.

One Comment

  1. Hallo Janina! Vielen Dank für deinen Beitrag. Interessante Einleitung mit dem Bezug zur Wissenschaft.

    „Kurz gesagt suchen Serienjunkies laut Forschermeinung nach emotionaler Entlastung und Wirklichkeitsflucht. Vermutlich haben die Wissenschaftler einfach noch keine verdammt gut gemachte Serie angeschaut.“ – Ich glaube, Forscher haben gerade gute Serien geschaut ;) Denn auch wenn es bei Serien um Spaß geht, finde ich doch, dass an den Aspekten emotionaler Entlastung und Wirklichkeitsflucht was dran ist. Ich würde das gar nicht negativ betrachten: Es tut doch auch einfach mal gut, aus der eigenen Welt zu verschwinden und in eine andere einzutauchen. Manche machen das über Bücher, wir eben (auch) über Serien :)

    Ansonsten: Sehr schöne Antworten. Gilmore Girls könnte ich auch immer und immer wieder sehen – die stehen auch tatsächlich bei mir im Regal :)

    Danke auch für deine Mail. Dein Fehlerchen wurde beseitigt, aber noch viel wichtiger: Ich muss dieses Captcha abschalten. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass das noch aktiviert ist (kommentiere idR nur über mein Dashboard) – danke also für den Hinweis, ich hasse Captchas nämlich!

    Liebe Grüße!

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