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#Weltfrauentag 2015: Da muss sich was ändern

Holla, die Waldfee! Ein bißchen schwer fällt es mir schon über den Weltfrauentag zu schreiben. Gefühlt sind alle sexistischen Benachteiligungen von Frauen schon Millionen mal aufgeschrieben worden. Nur weil etwas hinlänglich bekannt ist, ändert es sich aber nicht angemessen fix.  Bin ich gespannt, ob die 2 Tage alte Frauenquote für Aufsichtsräte was daran dreht!

Ich will hier gar nicht groß Meckern. Zu einem ausgeglichen Geschlechterverhältnis vom Küchen- bis zum Bürotisch gehören mit Sicherheit immer die Männer UND Frauen. Und in Deutschland ändert sich langsam was.

Auch Väter bleiben zuhause

Auch immer mehr Väter beanspruchen Elternzeit für sich. Laut statistischem Bundesamt macht das mittlerweile jeder vierte Mann. Und sehr viele Männer geben in Befragungen immer wieder an fürs Kind eine berufliche Auszeit nehmen zu wollen. Auf den ersten Blick hat sich also viel getan. Auf den zweiten Blick nehmen Männer aber nur zwei Monate Elterngeld in Anspruch und verschwinden dann wieder Fulltime im Büro. Schuld daran dürfte weniger der frisch gebackene Papa sein. Es ist das liebe Geld. Die ZEIT hat die Sache mit dem 2-Monatsvätern mal näher beleuchtet. Kein Wunder – begünstigt doch das Ehegatten-Splitting nach wie vor das Familienbild der 50er Jahr. Papa geht Arbeiten, Mama ist Hausfrau. Junge Familien müssen sich auch heute noch teilweise am Gehaltszettel entscheiden, wer von beiden zuhause bleibt, damit am Ende des Monats genügend Kohle reinkommt. Da helfen auch mehr Kita-Plätze für unter Dreijährige erst mal nur wenig. Und Mütter gehen dann immer noch überwiegend in Teilzeit arbeiten. Das Frauen und vor allem junge Mütter in Teilzeit arbeiten ist nicht die Schuld des zugehörigen Papas. Die Hintergründe zwischen Kita, Wunsch eine gute Mutter zu sein und fehlender Rückkehrgarantie in den alten Job dürften unterschiedlich sein. Die neue Frauenquote für Aufsichtsräte wird daran allerdings so schnell nichts ändern.

Frauenquote als Mythbuster

Sie kann zum Beispiel helfen zu beweisen, dass es nicht am Mangel von qualifizierten Frauen lag, wenn in Deutschland mehr Frauen als Männer leben, sich das in den Chefsesseln aber nicht widerspiegelt. In einem Interview im WESER KURIER sagte jüngst eine Personalberaterin und Headhunterin: „Fakt ist aber, dass es einzelne Branchen gibt, in denen der Kreis der potenziellen Kandidatinnen kleiner ist.“ Gleichzeitig wies die Expertin Cornelia Hopp aber auch darauf hin, dass bei ihr bislang noch keine verzweifelten Anrufe und Anfragen für Aufsichtsrat-Kandidatinnen eingehen. – Entgegen der allgemeinen Erwartung, was sie erstaunlich fände. Der Mangel guter Frauen für den Chefsessel dürfte insofern eher ein Märchen sein. Trotzdem bleibt sie wohl ein symbolisches Fähnchen im Wind. Der Frauenanteil in den Vorständen der Geschäftsführung liegt bei 5,5 Prozent.

Gleiches Gehalt sollen wir uns abschminken

Schon etwas ekelhaft, genau die Formulierung eines CDU-Männchens zu übernehmen. „Abschminken“ sollte sich Manuela Schwesig ein Gesetz für transparente Gehälter. So schön in die verbale Doppeldeutigkeit und Klischeekiste hat da Christian von Stetten, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU-Fraktion, gegriffen. Schwesig will, dass Unternehmen in Zukunft aufschlüsseln müssen, was sie für welchen Posten zahlen. Verhindern soll das Diskriminierung in der Gehaltsverhandlung. Stichwort „Gender Pay Gap“: In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer und bildet EU-weit in Sachen Gehaltslücke weiter das peinliche Schlusslicht. Beispiele wie ein bekannter Bioschlappen-Hersteller zeigen, Frau Schwesigs Idee ist leider bitter nötig! Gleiches Geld für gleiche Arbeit in Gehaltsverhandlungen einfordern kann Frau nur, wenn sie weiß, was ihre Arbeit im Unternehmen wert ist.

Fakt ist und bleibt: Auch hier zu lande gibt es die Gleichberechtigung teilweise nur auf dem Paper. Aber wir müssen uns über dieses Schneckentempo freuen, wenn wir auf den Rest der Welt blicken. Weltweit gelten in zahlreichen Ländern die UN-Menschenrechte nur für Männer und Frauen haben keinerlei Entscheidungsgewalt über ihre Sexualität.
Bis sich das ändert, braucht die Welt den #WELTFRAUENTAG

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