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Hochheiraten – meine Statistik der Woche

Arzt heiratet Ärztin statt Helferin = Einkommensungleichheit

Statstik der Woche
Statistik der Woche – diesmal: Heiraten & Ungleichheit

So ziemlich jedes Kind weiß: Mit Statistiken lassen sich Zusammenhänge aufzeigen, wo gar keine sind – sprich: mit Statistiken lässt sich lügen..oder viel behaupten. Meine persönliche und meist irreführende Statistik der Woche beschäftigt  sich mit dem Heiratsmarkt. Die Erkenntnis: Akademiker heiraten Akademikerinnen und nicht mehr Susi von der Kasse = Hochheiraten geht nicht mehr. Aha!?

Als Soziologin freue ich mich eigentlich immer, wenn irgendwelche Soziologen im Spiegel oder sonst wo zitiert werden. In dieser Woche haben sich einige Soziologen im Spiegel zu einer Studie der OECD  und kleineren Studien hier in Deutschland geäußert. Kern-These der Studie: Seit den 60er Jahren bis heute heiraten immer weniger Frauen einen Akademiker. Sie heiraten sich folglich nicht mehr hoch. Verheiratete Paare hätten immer häufiger den gleichen Bildungsstand. Nanu!

Studie zeigt: wir leben nicht mehr in den 60ern

Tja, wer hätte das gedacht. Heute haben Frauen selbst einen Uni-Abschluss in der Tasche und suchen eher an der Uni als im Baumarkt nach der Liebe. Noch erstaunlicher: Auch Männer suchen nicht mehr nach der perfekten Haushälterinnen-Ehefrau und heiraten eventuell eine Frau mit Grips.  Das verblüffende Ergebnis der Studie ist also 1. Das Heiratsverhalten hat sich geändert und die Einversorger-Ehe ist nicht mehr Standard. Mensch, wer hätte das gedacht in 2015?

Akademiker unter sich horten ihr gehalt unter sich

Das zweite verblüffende Ergebnis der Studie ist: Weil immer mehr gut bezahlte Akademiker untereinander heiraten, verteilt sich viel Einkommen auf weniger Haushalte. Auch spannend: Das Heiratsverhalten von Heutzutage ist also schuld an der zunehmenden Einkommensungleichheit. Die berühmte Schere zwischen Arm und Reich. Statistiker nennen solche Zusammenhänge Korrelation. Die Frage ist bloß, ob man beim rechnen die richtigen Variablen (Heiraten, Einkommen) korrekt miteinander in Beziehung setzt.

Wenn a dann b – vergessen wir mal c

Mir erscheint es etwas kurios Einkommensunterschiede mit Akademiker-Ehen zu erklären. Denn Erstens vergisst diese Studie die wachsende Zahl der Singles. In den Statistiken zur Sozialstruktur Deutschlands (ein Soziologen-Klassiker) steht 1957 waren 18 Prozent der Deutschen Single, 1975 waren 28 Prozent als Single unterwegs und 2004  waren es 37 Prozent.
Jetzt könnte man Anmerken: Aber die Zahl der Single-Haushalte steigt, weil a) Frauen über bleiben, wenn wir immer älter werden und b) immer mehr Paare Fernbeziehungen mit zwei Wohnungen führen.
Bestimmt ist der tatsächliche Single-Anteil im Vergleich zum Modell Ehe nicht ganz so leicht zu ermitteln, die Altersarmut nimmt irgendwie zu und so weiter und so fort. Gleichzeitig bevölkern immer mehr Singles und Akademiker unsere Großstädte.
Zweitens: Da wäre ja noch der Fakt, dass jede zweite Ehe geschieden wird. So eine Scheidung soll ja teuer sein..

Also noch mal: Arzt + Ärtzin = reich = Handwerker +Kassiererin = arm
sprich:weil Hochheiraten out ist, haben immer weniger Leute viel Geld in der Tasche?

Kommt mir spanisch vor! Vielleicht wurde diese Studie auch von Parship in Auftrag gegeben…

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