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Descape | Marktplatz für Schreibtisch-Fluchten

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Lena Felixberger, Mitgründerin von Descape, interviewt und fotografiert beim Klub Dialog-Abend in Bremen. (c) Nebenstories, J.Weinhold

 Lena Felixberger im Gespräch:

Gestern bei der 28. Klub Dialog-Ausgabe in Bremen war das Motto des Abends „Abbiegen“: Sprich alles drehte sich um Start ups, die im weitesten Sinne etwas mit dem links liegen Lassen von geraden Karrierebiografien zu tun hat. Spannendes Thema! Wirklich tiefschürfende Erkenntnisse habe ich nicht gewonnen, aber die Chance genutzt mit Lena Felixberger von Descape zu sprechen. Sie vermittelt neue Joberlebnisse im kreativen Bereich gegen Geld.

Der Name ist Programm: Desk + Escape

Bei Descape können handwerkliche und kreative Menschen Geld damit verdienen schreibtischmüde Büromenschen tageweise oder auch wochenweise in ihren Job eintauchen zu lassen. Descape vermittelt die Fluchten und bekommt dafür Gebühren. Mein erster Gedanke bei diesem Geschäftsmodell war: Ganz schön clever. Die nutzen den Trend hin zu „DIY“- Produkten und dem Wunsch mal endlich wieder was mit den Händen zu machen. Aber ist das nicht auch zynisch, wenn  neuerdings gestresste Großstädter für ein „Praktikum“ im heimlich gehegten Wunsch-Traumjob bezahlen? Damit war ich übrigens nicht alleine:

Lena und ihre Mitgründer und Mitstreiter kennen die Situation „Man war die Woche anstrengend, manchmal würde ich gerne einfach eine Schneiderei aufmachen auch. Jedenfalls hat sie so was erzählt:

Im Prinzip hat Descape das Prinzip für Freizeitaktivitäten von mydays und Co. auf das Arbeitsleben übertragen. Die heutige Arbeitswelt kann aufreibend sein und nicht immer stiftet sie Sinn. Genau da liegt Lenas Marktlücke. Der Slogen lautet: „Entdecke deinen Traumjob. Ohne deinen echten Job zu kündigen“.

Es gibt Traumjob (-Ausfluege) per Klick

Im Angebot ist da alles zwischen einem Tag als Drehbuchautorin oder Illustratorin bis Wildhüter in Costa Rica. Für Menschen mit kreativen Jobs ist Descape auch eine gute neue Einnahmequelle. Die Traumjob-Anbieter dürfen 80 Prozent der Ausflugskosten behalten – für Material und Aufwand.

Längere Auszeiten  – vielleicht; Beratung bei Notfällen – nein

Descape bekommt auch ganz bestimmte Anfragen und längere Zeiträume. Solche Sabbaticals , wie zum Beispiel Olivenöl-Anbau in Italien, versucht das Descape-Team dann zu realisieren, sagt Lena. Für so richtig Unglückliche ist Descape aber eher nichts:

Eins steht fest: Lenas Idee ist wirklich clever, weil Sinnsuche(n) im Trend liegt. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass die erkaufte Auszeit zwar praktisch ist und es tolle Angebote gibt – als Mittel gegen sinnentleerte Jobs aber nichts taugt.

Wirklich umsteigen, abbiegen, ausbrechen kostet viel Mut. Über genau diesen Mut und ihre Ängste hat die Bremerin Merle Schreiber gestern gesprochen. Sie hat sich mit dem Restaurieren von alten französischen Möbeln selbstständig gemacht. Mich hat ihre Offenheit beeindruckt. Ich habe Sie gefragt, ob sie in einem Interview mehr über diesen Prozess verraten würde. Sie hat ja gesagt. Vielleicht gibt es also bald mehr über ihre Geschichte zu lesen. to be continued.

 

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