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Neues Twitter-Eigentor: Kuschelkurs-Tweets nerven!

Die Berliner Verkehrsbetriebe und ihr Eigentor: #Weilwirdichlieben

Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen es mit (Eigen-)Lob-Kampagnen bei Twitter versuchen. Solche Kampagnen bleiben ein gefährliches Pflaster. Das Glatteis hätten die Macher sehen können. Eigentlich…

Ich glaube viele Twitter-Nutzer sind bei mir, wenn ich sage: „Ja, ich twitter auch mal ein Lob oder gebe Tipps für Infos mit Mehrweit weiter“. Aber auf: „Leute, lobt uns doch mal unter dem richtigen Hashtag, damit euer Jubel auch schön sichtbar wird!“  – reagiere ich in der Regel nicht. Keine Reaktion ist dabei noch die bestmögliche Variante aus Unternehmenssicht. Ich könnte mich auch ärgern und mich zu einem kritischen Tweet hinreißen lassen.

#twitterfail - gefloppte Twitterkampagnen
#twitterfail – gefloppte Twitterkampagnen

Gestern war das Hashtag #Weilwirdichlieben auf Platz 4 der trending Topics bei Twitter Deutschland. Aufmerksamkeit haben die Berliner Verkehrsbetriebe also mit Sicherheit bekommen.
Leider haben die Macher nicht daran gedacht, dass sich die Twitter-Gemeinde gerne offen und auch kritisch äußert. Die Aufforderung „Poste deine schönsten BVG-Momente“ ging nach hinten los.

Nachdem der öffentliche Nahverkehr in jeder Stadt sehr selten exakt nach Fahrplan läuft und die Verkehrsbetriebe alljährlich die Preise anheben, waren solche Reaktionen vorhersehbar:

Hätte die BVG mal auf Eigenlob-Ideen von 2014 geschaut

Hätten die Macher mal aufgepasst und das #Emma-Gate verfolgt. Schon die Zweitschrift wollte ihre Leserinnen bei Twitter einbinden. Sie rief unter dem Hashtag #EMMAistfürmich zu nettem Feedback auf. Das ging ordentlich daneben! Auich die emanzipierte Frau, Emma-Leserin und Twitter-Dame wollte nicht kostenlos Werbung für die Emma machen. Zumal das Blatt zuletzt mehr von oben herab auf weibliche Stars und ihre Einstellung zu Emanzipation geschimpft hatte.

Eigenlob nach NussCreme-Art

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben daraus nichts gelernt und den gleichen Fehler gemacht. Anscheinend ist die Verlockung die Nutella-Kampagnen „nutellastories“ nachzuahmen zu groß. Ferrero rief die Nutella Fans auf besagter Webseite dazu auf, ihre Nutella-Geschichte zu teilen. Hier funktioniert der Aufruf zu persönlichen Geschichten, weil dafür eine Webseite eingerichtet wurde und weil auf das Erlebnis Frühstück (oder auch Nachtsnack ;)) angespielt wird. Ergebnis: Frühstücks-Anekdoten und verschmierte Nutella-Schnuten. Geschichten ohne ein direktes Lob für die Nusscreme.

Frühstückstisch-Annektdoten sind keine gesichtslosen Leistungen

Die #Emma und die #BVG wollten aber Lob für ihr Produkt „Zeitschrift“ und die Dienstleistung von A nach B. Beide Aufforderungen werden deshalb als Aufruf zu Eigenlob verstanden, weil sie auf das Produkt/Dienstleistung zielen, die ein Versprechen geben. Leserinnen und Kunden erwarten, dass die von ihnen bezahlte Leistung erbracht wird. In den seltensten Fällen dürfte eine S-Bahn oder eine Zeitschrift durchblättern mit besonderen emotionalen Erlebnissen verknüpft sein.
Nun ja. Wie ich schon sagte: Lob mich doch mal in 140 Zeichen wird schnell zur Vorlage für ein NICHT. ;) Spontanes, unaufgefordertes Lob ist dagegen nicht ausgesc

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