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Schräge Töne zum Social Freezing

(c) Tim Reckmann  / pixelio.de
(c) Tim Reckmann / pixelio.de Die Sprechblase ist mit Pinseln von Isa erstellt.

Nachdem Facebook und Apple erklärt haben: „Liebe Mitarbeiterinnen, wir zahlen euch gerne das Einfrieren eurer Eizellen – macht doch erst Karriere“, dürften auch meine Eltern etwas von  „Social Freezing“ gehört haben. Soweit so gut. Die Aufregung über diese neue Form der „Gleichberechtigung“ im Karriere machen hat natürlich hierzulande für ein dickes Medien-Echo gesorgt.  Das Echo reicht von „Super! Endlich eine „familienfreundliche Maßnahme“  der wirtschaftsnahen Medien bis „Frechheit! Gefrorene Eizellen machen noch keine gleichen Karrierechancen“. Einen guten Überblick zu den Reaktionen gibt der Pressekompass auf Spiegel Online. Beim Lesen hat mir trotzdem was gefehlt…

Lustig zu lesen ist dabei vor allem die Glosse von Steffi Dobmeier auf Zeit Online. Sie schlägt für mehr Gleichberechtigung am Arbeitsplatz auch gleich Haar- und Brusthaartransplantationen für besonders karriere-orientierte, männliche Mitarbeiter vor. Insgesamt fehlt mir aber ein Blick darauf, wie lächerlich das „total verrückte Angebot“ zweier bekannter Firmen eigentlich ist.

Eizellen einfrieren lassen und später dann eine künstliche Befruchtung kosten etwa 3.000 Euro. – Das habe ich neulich in einem Artikel im Klatschmagazin „Grazia“ gelernt. Gefühlt wäre ich von deutlich höheren Kosten ausgegangen. Die Aufregung über so ein Angebot von Apple und Facebook dreht sich also so um die 3.000 Euro für weibliche Mitarbeiter. Die Kohle würden die Unternehmen natürlich nur zahlen, wenn ihre Mitarbeiterinnen überhaupt sagen: Toll, das mache ich! Und mit 40 oder 45 werde ich dann spät und mit Hormonbehandlungs-Strapazen Mutti. 3.000 Euro sind so viel, dass ich die Grundproblematik „Kind versus Karriere“ glatt vergesse bis sie akut ist.

Ganz ehrlich: Wenn Arbeitgeber für’s Eizellen einfrieren lassen zahlen, ist das weder der Untergang aller Bemühungen Richtung gleicher Karrierechancen noch eine familienfreundliche Wohltat (die Facebook und Apple zu Unternehmen mit noch mehr Kuschelfaktor macht). Auf mich macht diese Ankündigung eher einen hilflosen Eindruck. „Social Freezing“ ist nicht unbedingt mit einer Dauerkarte für das nächstgelegene Fitneß-Studio zu vergleichen. Und zu der Überlegung, ob und wann Menschen Kinder in die Welt setzen, gehören immer noch Zwei. Was bekommt den eigentlich der vertröstete Papi in spe? Vermutlich einen Lolli, oder Viagra…

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