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#gauchogate – Irrsinnige Aufregung um die WM

Die Fußball WM 2014 hat in den letzten Tagen alle Datenrekorde gesprengt. Bei Twitter haben unfassbar viele Menschen 618,725 Tweets pro Minute über das WM-Finale gezwitschert. (Quelle Twitter.com und Meedia.de ). Bei Facebook hat mir meine Timeline nur noch mit WM-Wasserstandsmeldungen meiner Freunde und Bekannten, Selfies und Medienartikeln über das Finale beschossen. Mich haben viele Posts und Artikel irritiert und nachdenklich gemacht. Der Gaucho Dance der deutschen Nationalspieler und die riesen Aufregung darum , war da nur der Anfang.

Der Knall rund um das #Gaucho-Gate

Ja, ich gebe es zu. Auch ich habe mich an dieser Debatte um einen ziemlich pubertären Feiertanz beteiligt. Der Postillon hat der ganzen Aufregung mit der Schlagzeile „Antrophologische Studie: Gauschos gehen ganz normal“ einfach die Krone aufgesetzt. Der Versuchung hier ein „like“ zu verteilen konnte ich nicht wiederstehen. Die restliche Debatte bei Twitter und in den deutschen und europäischen Medien hat mich eher verwirrt. Die deutschen Fans verteidigen größtenteils den lächerlichen Tanz der Fußballer – die Medien haben auf die deutsche Siegesfeier eher entsetzt reagiert. Das Wort „Gaucho“ schlägt dabei hohe Wellen. Hier kommt die Presseschau. Klar, der Name #Gaucho Dance wird als geschmacklos und nicht politisch korrekt gewertet. Denn so kommt diese Tanzeinlage auch in vielen Zeitungen der Welt an. Gleichzeitig stellt sich mir die Frage, ob die deutschen Spieler sich vorher wirklich überlegt haben, woher der Begriff „Gaucho“ stammt und diese Showeinlage wirklich als eine beabsichtige, geschmacklose Schmähung der Argentienier gemeint war.

Die Debatte um die Debatte nach einem Ereignis

Und auf der Meta-Ebene betrachtet ist das #Gauchogate nur ein beeindruckendes Beispiel für die „-Gatisierung“ aller möglicher Ereignisse. Und sei es nur eine schlechte Choreografie. Unterm Strich hat es mich dann schon fasziniert, dass das Thema „WM-Titel-Feier in Berlin“ mit all ihren seltsamen Auswüchsen (Stichwort: Polonaise mit Helene Fischer) auch einen Tag danach immer noch nicht kalter Kaffee ist. Vielleicht ist das ja eine der Auswirkungen des medialen Wandels? Auch Tage nach dem eigentlichen Ereignis, werden wir noch über das Echo auf das eigentliche Ererignis und das Echo vom Echo reden? Das Netz als Rückkanal ist super und gut – wenn die Medien wie beim Gaucho-Gate aber auch das Echo thematisieren und wiederum ein Echo hervoruft, was thematisiert bleibt eine referenzielle Diskussion um die Diskussion. Ist das alles?

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